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Geschichte der Terraner


Terranische Geschichte
Der Untergang der westlichen Zivilisation



Auch wenn auf der Erde Technologie und Kultur während des zwanzigsten Jahrhunderts eine überaus rasante Entwicklung durchliefen, so waren diese Fortschritte doch nichts im Vergleich zu den unglaublichen Sprüngen, die nun folgen sollten. Gegen Ende des 21. Jahrhunderts sah sich die Menschheit dramatischen, in dieser Form noch nie dagewesenen Veränderungen gegenüber:  Viele radikal neue und einmalige Technologien etablierten sich quasi über Nacht und wurden schnell auf der ganzen Welt verfügbar. Auf diese Weise hatte fast jedermann Zugang zu modernsten Computersystemen und leistungsfähigen Datenbanken, die so preiswert waren, dass sich sogar die ärmsten Nationen der Welt deren Nutzung leisten konnten. Infolge des Niederganges und schließlichen Verschwindens der östlichen kommunistischen Machtblöcke tauchten auf den Rüstungsmärkten der Welt Nuklearwaffen in Hülle und Fülle auf. Die internationalen Machtstrukturen, ursprünglich durch Kapital und militärische Überlegenheit geprägt, zerfielen. Nationen der sogenannten “Dritten Welt” erhoben sich und forderten die ökonomischen und militärischen Kräfte der Supermächte heraus. Gegen das immer stärker werdende Auftreten manipulativer Wissenschaften wie der Kybernetik, der Gen-Manipulation und des Klonens bildete sich eine stetig wachsende Opposition, die gegen diese Forschungen Position bezog. Firmen, die durch den Einsatz dieser Gentechnologien Profite erzielten, wurden zu Zielscheiben von militanten Humanisten und religiösen Fanatikern. Viele Menschen wurden durch das Einsetzen von kybernetischen Implantaten „aufgebessert“, während es auf der anderen Seite immer mehr Menschen gab, die leichte Mutationen aufwiesen. Deren Veränderungen äusserten sich in neuen Fähigkeiten, die von verbesserten Sinneswahrnehmungen bis hin zur Telepathie reichten. Diese deutlichen Zeichen dramatischer Veränderungen im menschlichen Genpool löste bei den fundamentalistisch humanistischen Fraktionen eine Panik aus. Die neuen Technologien entwickelten und verbreiteten sich weiter, und währenddessen stieg das Bevölkerungswachstum in schwindelerregende Höhen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts lebten ca. sechs Milliarden Menschen auf der Erde. Im Laufe der folgenden dreihundert Jahre wuchs die Weltbevölkerung auf geschätzte dreiundzwanzig Milliarden an. Umweltverschmutzung sowie Rohstoff- und Energiemangel wurden zu brennenden Lunten an einem Pulverfass, das jeden Augenblick in die Luft fliegen konnte, während die Regierungschefs der Welt sich bemühten, der Bevölkerungslawine in ihren Ländern Herr zu werden und nach Auswegen aus der Krise suchen. Die Überzeugung, dass eine globale Katastrophe, verursacht durch die Überbevölkerung und die genetischen Veränderungen, unabwendbar sei, griff unter der Bevölkerung immer weiter um sich. Gleichzeitig kam es überall auf dem Globus zu Spannungen, die im Zusammenhang mit der Anwendung und Vermarktung von Kybernetik und genetischen Mutationen standen. Viele der wichtigsten internationalen Wirtschaftssysteme brachen zusammen und lösten sich auf.

Zwischen den humanistischen Fraktionen und der Industrie kam es zu ungeheuerlichen Gewaltakten. Terroranschläge und brutale Übergriffe führten überall auf der Welt zu einer immer stärker werdenden Polizeipräsenz. Unverantwortliche und sensationslüsterne Berichterstattung über die blutigen Vorfälle heizten die ohnehin schon aufs Äusserste angespannte Stimmung weiter auf und verstärkten damit das herrschende Chaos noch mehr. Schließlich geriet das schon lange bedrohlich schwankende Gleichgewicht der Weltmächte völlig ausser Kontrolle, die Spannungen machten sich in einer gewaltigen internationalen Explosion Luft – die soziale Katastrophe war nicht mehr aufzuhalten.

Die neue Ordnung

Am 22. November 2229 wurde die United Powers League gegründet. Die UPL sollte die uralte Vision von einer vereinten Menschheit Realität werden lassen, wie sie ursprünglich von den längst nicht mehr existierenden Vereinten Nationen angestrebt worden war. Das neue Ordnungssystem wurde von annähernd 93% der Weltbevölkerung akzeptiert. Lediglich einige revolutionäre Staaten Südamerikas widersetzten sich der neuen Ordnung. Gegründet wurde die UPL auf der Basis eines ‘erleuchteten Sozialismus’, doch um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, war es nur allzu oft nötig, schon fast faschistisch anmutende Polizeiaktionen durchzuführen. Die UPL übte für fast achtzig Jahre die Macht auf der Welt aus. Dieser Zeitraum wurde genutzt, um einen speziellen Plan in die Tat umzusetzen, dessen Ziel es war, die verschiedenen Kulturen und Rassen ein für allemal zu einen. Es wurden große Anstrengungen unternommen, um die letzten Spuren von Rassismus auszuräumen, und die Einigungskommisionen belegten viele der alten Religionen der Welt mit einem Verbot. Die englische Sprache wurde zur allgemeinen Weltsprache und ersetzte viele der alten Nationalsprachen, die schließlich auch in ihren Ursprungsländern verboten wurden. Aber obwohl die UPL die Religionen offiziell mit einem Bann belegt hatte – an einem Konzept hielt die Organisation mit fast fanatischem Eifer fest: dem der angeblichen “Göttlichkeit der Menschheit”. Diesem quasi religiösen Dogma folgend wurden alle nicht lebenswichtigen Körperprothesen verboten. Ebenso fanatisch wurde die Reinhaltung des menschlichen Genpools von Mutationen angestrebt. Gelehrte wie fanatische Hardliner aus den Reihen der UPL argumentierten, dass die Menschheit durch die Anwendung von Kybernetik, genetischen Veränderungen und psychoaktiven Drogen letztendlich degenerieren würde. Die Führer der UPL erarbeiteten einen kühnen Plan, der sicherstellen
sollte, dass die Menschheit trotz der Versuchungen durch Radikaltechnologien unverändert weiterbestehen würde.

Die große Säuberung

Wie die heilige Inquisition achthundert Jahre zuvor, so verfolgte auch die UPL einen der unmenschlichsten und verabscheuungswürdigsten Pläne in der Geschichte der Menschheit: das Säuberungsprojekt!

Dieser Kreuzzug gegen alles nicht der Norm entsprechende ‘Genmaterial’ war die Endlösung, mit der die Regierung versuchte, die Reinigung der Menschheit von ihren degenerierten Elementen zu erreichen. Jede einzelne Nation der Erde wurde von den
Truppen der UPL auf der Suche nach Dissidenten, Hackern, synthetisch und kybernetisch ‘Verbesserten’, Tech-Piraten und auch Kriminellen aller Art durchkämmt. Dieses weltumspannende Auslesesystem führte zur Vernichtung von fast 400 000 000 Menschen. Die globalen Medien, die natürlich durchweg unter dem Einfluss der UPL standen, spielten die Aktionen herunter. So wurde dafür gesorgt, dass die Weltöffentlichkeit von den barbarischen Greueltaten, die rund um den Globus begangen wurden, nichts erfuhr. Unabhängig von ihren unmenschlichen Taten gelang es der UPL, auf anderen Gebieten der Technologie große Fortschritte zu erzielen. Forschungsgebiete, die seit langem ruhten, wurden unter der Kontrolle der UPL wieder aktiviert. Die Raumfahrtprogramme, Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts initiiert, aber dann aufgrund der dramatischen Haushaltsprobleme der amerikanischen und russischen Regierung auf Eis gelegt, wurden zur Basis einer neuen Ära der Forschung. Eine Verbindung von Kälteschlaf- und Warpantrieb-Technologien machte schließlich die Reise zu den Sternen möglich. Innerhalb einer Zeitspanne von nur vierzig Jahren gründete die UPL zahlreiche Kolonien auf dem Mond und anderen Planeten des Sonnensystems. Während dieser Periode begann der junge und brillante Wissenschaftler Doran Routhe damit, seine Position in den Machtstrukturen der UPL auszubauen. Nicht mit der Durchführung der ‘großen Säuberung’ belastet, war Routhe von der Idee besessen, Kolonien ausserhalb des terranischen Sektors zu gründen. Er war davon überzeugt, dass die Entdeckung neuer Mineralien und alternativer Treibstoffe auf den zu besiedelnden Welten ihn zu einem der einflussreichsten Männer der Erde machen würde. Seine persönlichen Kontakte und eine gehörige Portion Glück hatten ihm Tausende von UPL-Gefangenen in die Hände gespielt, die er als Versuchskaninchen für seine geheimen Pläne missbrauchen wollte. Die gemäß dem Edikt der ‘großen Säuberung’ eigentlich zur Exekution vorgesehenen Häftlinge wurden statt dessen zu Routhes privaten Laboratorien gebracht. Die Pläne des Wissenschaftlers sahen vor, die Gefangenen in den Weltraum hinauszuschicken, um dort befindliche Welten zu kolonisieren. Seine wissenschaftlichen Teams bereiteten annähernd 56 000 Menschen für einen langen Kälteschlaf vor. Vorher wurden jedoch die verschiedenen Mutationen und kybernetischen ‘Verbesserungen’ der Gefangenen katalogisiert und in einen revolutionären Supercomputer eingespeist. Dieses ‘Artifizielle teleempathische Logik-Analyse-System’, auch ATLAS genannt, war nun in der Lage zu berechnen, welche der Häftlinge die drohenden Gefahren überstehen würden. Nur 40 000 der Gefangenen wurde zugetraut, den zu erwartenden Härten trotzen zu können. Diese 40 000 wurden an Bord von vier gewaltigen vollautomatischen Langstrecken- Supertransportern gebracht.

Während die Gefangenen auf ihren Kälteschlaf vorbereitet wurden, wurden die Schiffe mit umfangreichen Vorräten an Lebensmitteln und Hardware beladen, die den unfreiwilligen Kolonisten an ihrem Zielort zur Verfügung stehen sollten. Schließlich wurden in die Navigationssysteme der Schiffe noch die Koordinaten des Planeten Gantris VI eingespeist. Alles schien in bester Ordnung zu sein, und nicht einmal Routhe selbst hätte ahnen können, dass er die Häftlinge auf eine Reise schicken würde, an deren Ende für viele der sichere Tod in der Einsamkeit der galaktischen Randbreiche stehen würde.

Das Exil und der lange Schlaf

Der ATLAS-Computer befand sich an Bord der Nagglfar, des ersten Supertransporters der kleinen Flotte. Drei weitere Transporter (die Argo, die Sarengo und die Reagan) waren darauf programmiert, der Nagglfar durch die Leere des Raums nach Gantris VI zu folgen. Ursprünglich sollte die Reise ein Jahr dauern, doch die Dinge nahmen eine unglückliche Wendung. An irgendeinem, heute nicht mehr nachvollziehbaren Punkt der Reise, trat bei den für die Navigation zuständigen Bereichen von ATLAS ein schwerer Defekt auf, der nicht nur die Koordinaten von Gantris VI, sondern auch die der Erde löschte. Die vier Schiffe mit ihrer hilflosen Ladung rasten fast dreißig Jahre lang blind und planlos mit Warp-Geschwindigkeit durch den Weltraum. Im Verlauf dieser Reise, die spätere Generationen als den ‘langen Schlaf’ bezeichnen würden, fuhr ATLAS fort, die Lebensdaten der in Tiefschlaf liegenden Menschen zu beobachten. Dabei untersuchte der Computer erneut auch die kybernetischen ‘Verbesserungen’ und verschiedenen Mutationen der Gefangenen. Während dieser Beobachtungen entdeckte ATLAS im Genpool der Häftlinge einen bemerkenswerten mutierten DNA-Strang. Diese Mutation, die im Erbgut von nicht ganz einem Prozent der Häftlinge nachgewiesen werden konnte, schien auf eine Verbesserung der latenten Psi- Fähigkeiten des Gehirns hinzudeuten. Nach ATLAS’ Berechnungen würden bereits nach wenigen Generationen die Nachkommen der Gefangenen von dieser psionischen Mutation profitieren können – vorausgesetzt natürlich, sie würden lebend an ihrem Zielort ankommen.  Diese Erkenntnisse wurden aufgezeichnet und zurück zur Erde gefunkt, direkt in die
Logbücher von Doran Routhe. Schließlich erreichte der Warp-Antrieb der vier Supertransporter ein kritisches Stadium und brach zusammen. Nach achtundzwanzig Jahren verließen die riesigen Schiffe den Hyperraum und tauchten in der Nähe eines
bewohnbaren Sonnensystems wieder in den Normalraum ein. Über 60.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, mit zerstörtem Warp-Antrieb und fast erschöpften Lebenserhaltungssystemen liefen in den Transportern die Notfallprogramme an: Sie flogen zu den am nächsten gelegenen bewohnbaren Welten. Die Reagan und die Sarengo begrüßten die Welt, die später Umoja getauft werden sollte, mit einer Bruchlandung. Die Sarengo, die während des Landeanflugs durch die Atmosphäre stark beschädigt worden war, prallte dabei so hart auf der Oberfläche auf, dass alle 8000 Passagiere ums Leben kamen. Die Reagan hatte mehr Glück und schaffte eine einigermaßen kontrollierte und sichere Landung.

Sobald das Schiff auf der Oberfläche zur Ruhe kam, wurden die Kälteschlafkammern deaktiviert, und die überlebenden Passagiere wachten wieder auf. Als die Kolonisten jedoch versuchten, in Erfahrung zu bringen, wo sie waren und wie lange die Reise gedauert hatte, entdeckten sie, dass durch die Fehlfunktion von ATLAS alle Informationen gelöscht worden waren, die ihre Reise betrafen. Die Argo landete auf der roten Welt Moria, und auch die Passagiere dieses Schiffes mussten dieselben Feststellungen wie schon zuvor die Besatzung der Reagan machen: Alle Aufzeichnungen, mit denen ihre Reise hätte zurückverfolgt werden können, waren gelöscht worden, oder man hatte keinen Zugriff darauf. Lediglich die Passagiere der Nagglfar waren in der Lage, ATLAS direkt anzuzapfen und so das tatsächliche Ausmaß ihrer Notlage zu erkennen. Was erst nur eine böse Ahnung war, wurde nun zur Gewissheit: Sie würden die Erde nie wiedersehen! Zwar war die Nagglfar auf einer klimatisch akzeptablen Welt, dem Planeten Tarsonis, gelandet, sie hatte dabei jedoch so starke Schäden davongetragen, dass an eine Reparatur nicht zu denken war. Die auf drei Planeten verstreuten Überlebenden begannen damit, die Reste ihrer Schiffe zu bergen, denn nun galt es, eine sichere Zuflucht in dieser neuen und unbekannten Umwelt zu schaffen.

Die Konföderation und die neue Welt

Die Menschen auf den drei Planeten arbeiteten daran, ihr Überleben zu sichern.
Sie nannten ihre neue Heimat ‘Die neue Welt’. Keine der drei Gruppen wusste, dass es auf anderen Welten dieses Systems weitere Gruppen von Menschen gab, die, wie sie selbst auf der Suche nach lebensnotwendigen Ressourcen, über die Planeten zogen. Nachdem es für interplanetare Kommunikation keinen Grund mehr zu geben schien, wurden die Transportschiffe bis aufs letzte ausgeschlachtet, und die verschiedenen Gruppen von Terranern lebten jahrzehntelang isoliert und ohne voneinander zu wissen. Schon nach relativ kurzer Zeit gründeten die einzelnen Gruppen Tochter-Kolonien auf den jeweiligen Welten, und jede einzelne wuchs zu einer blühenden, selbstbewussten Kolonie heran. Trotzdem dauerte es fast sechzig Jahre, bis es mit einem neuen Aufschwung der Raumfahrt zu einer Wiedervereinigung der verschiedenen Kolonien kam.

Tarsonis, der größten und technologisch am weitesten fortgeschrittenen Kolonie gelang es, Subwarp-Antriebe der zweiten Generation zu entwickeln. Diese Erfindung ermöglichte es der Kolonie, die vielen öden Planeten des sie umgebenden Systems zu erforschen, und führte schließlich zur Kontaktaufnahme mit den anderen Überlebenden des ‘langen Schlafes’. Diese Wiedervereinigung war der Auslöser, dass zwischen den einzelnen Kolonien florierende Handelsrouten eingerichtet und Bündnisse abgeschlossen wurden, von denen alle profitierten. Während Tarsonis beharrlich versuchte, Umoja und Moria dazu zu bewegen, eine gemeinsame Regierung für alle Kolonien einzusetzen, wiesen die beiden anderen Kolonien diese Vorstöße jedoch ebenso beharrlich immer wieder zurück.

Die Flotten von Tarsonis setzten die Erforschung des terranischen Einflussbereichs, des Koprulu-Sektors, fort. In dieser Zeit wurden auf sieben weiteren Welten Kolonien gegründet, die schnell aufblühten und gediehen. Dadurch gelang es Tarsonis, auch seine militärische Macht in großen Schritten auszudehnen. Die tarsonischen Kolonien gründeten schließlich eine neue Regierung, die “terranische Konföderation”. Die Kolonie auf Moria, die aufgrund der üppigen Bodenschätze auf dieser Welt als die reichste galt, fürchtete nun, dass die neue Konföderation sich möglicherweise in ihre Angelegenheiten einmischen und damit anfangen könnte, ihre lukrativen Unternehmungen zu beschneiden. Um dem zu begegnen, wurde das Kel-Moria-Kombinat gegründet, eine zwielichtige Vereinigung, die zum Ziel hatte, jede Bergbau-Gilde zu unterstützen, die durch die Konföderation unter Druck gesetzt wurde. Schnell kam es zwischen dem Kombinat und der Konföderation zu Spannungen, die zum Ausbruch der Terranischen Gilden-Kriege führten, die fast vier Jahre lang andauerten. Schließlich und endlich handelte die Konföderation mit dem Kombinat jedoch einen Friedensvertrag aus. Obwohl das Kombinat seine autonome Stellung behielt, wurden fast alle Bergbau-Gilden, die das Kombinat unterstützte, von der Konföderation annektiert. Als die Kolonie auf Umoja erkannte, mit welcher Dreistigkeit die Konföderation ihre Position missbrauchte, gründete sie das Protektorat von Umoja. Dabei handelte es sich um eine Art Bürgerwehr, deren Aufgabe es war, der Ausbreitung konföderierter Tyrannei entgegenzutreten. Analysen des, Gilden-Krieges zeigen jedoch eindeutig, dass es der Konföderation gelungen war, sich als dominierende Kraft in den terranischen Machtstrukturen durchzusetzen. Die Macht der Konföderation wuchs weiter und ihre sogenannten “Prospektoren” nahmen im Laufe der ungezügelten Expansion eine Welt nach der anderen in Besitz. Immer häufiger kam es zur Bildung von Piratenbanden oder radikalen Milizen, die sich den konföderierten Polizeiorganen entgegenstellten, wenn diese die Bürgerrechte mit Füßen traten. Eines der besten Beispiele für diese immer wieder aufflackernden Konflikte gegen die konföderierte Politik war die Rebellion von Korhal.

Korhal war eine der konföderierten Zentralwelten, die ursprünglich durch tarsonische Kolonisten besiedelt worden war. Korhal hatte wesentlich zum militärischen und technologischen Fortschritt der Konföderation beigetragen, doch obwohl diese Welt die Konföderation auch weiterhin unterstützte, reagierten die Bürger immer unwilliger auf das erzwungene Bündnis mit der Konföderation und auf die Bevormundung durch deren oft völlig korrupte Senatoren. Schließlich versuchte die Bürgerschaft, ihre Unabhängigkeit wiederzugewinnen, und es kam zu mehreren Aufständen gegen die vor Ort stationierten konföderierten Streitkräfte. Diese wiederum reagierten mit entsprechend drastischen Gegenmaßnahmen und verhängten den Ausnahmezustand über die Kolonie, was aber die Bevölkerung nur noch mehr aufbrachte. Die Konföderation fürchtete, dass die Auflehnung ihrer wertvollsten Kolonie wie ein Flächenbrand alle anderen Kolonien überziehen könnte. Bevor auch die anderen Kolonien den Aufstand gegen den “großen Bruder” proben würden, musste die Krise auf Korhal beendet werden, koste es was es wolle.


Die Entscheidung war gefallen:
Es sollte ein Exempel statuiert werden, mit dem man ein für allemal den Kolonien den absoluten Führungsanspuch der Konföderation deutlich machen wollte. Angus Mengsk, ein dynamischer korhalischer Senator, übernahm die Aufgabe, die Forderungen seiner Mitbürger zu formulieren. Deren Ruf nach Freiheit war unüberhörbar, und so erklärte Mengsk der Konföderation den Krieg. Er peitschte die Bevölkerung von Korhal auf, und in ihrer patriotischen Begeisterung gelang es den Korhaliern, alle Aussenposten der Konföderation auf ihrem Planeten zu erobern. Als Mengsk schließlich die Nachricht verbreiten ließ, dass die Konföderation keine Macht mehr über Korhal ausübe und dass Korhal somit als unabhängig gelten könne, war ihm die Anerkennung und der Respekt vieler anderer Kolonien sicher, die sich in einer vergleichbaren Situation befanden. Die Konföderation versuchte, den Schaden einzugrenzen: Die Streitkräfte wurden vom Planeten abgezogen, und die konföderierte Flotte verschwand von Korhals Himmel. Mengsk und die anderen Führer der Revolte glaubten nun, ihre Unabhängigkeit gewonnen zu haben und feierten den Sieg über die Konföderation. Die Konföderierten wussten aber nur zu genau, dass der Verlust von Korhal das Signal für andere Kolonien sein würde, es Mengsk und den anderen Revolutionären gleichzutun. Daher planten sie, den Planeten mit subtileren Methoden wieder zurückzugewinnen. Die Konföderation schickte drei ihrer geschicktesten Agenten und Mörder nach Korhal. Diese nur als ‘Geister’ bekannten Spezialisten sollten Mengsk und seine Anhänger auf Korhal ausschalten. Am nächsten Morgen fand man den enthaupteten Körper des Senators, seine Frau und seine Tochter, beide ebenfalls tot, auf ihrem Privatbalkon hoch oben im turmgleichen, festungsartig ausgebauten Hauptquartier. Mengsks Kopf wurde nie gefunden. Zwar nahm dieses Attentat der Revolte auf Korhal viel von ihrem Schwung, heizte das Feuer des Aufstandes jedoch im Grunde nur noch mehr an: Letztlich hatte sich die Konföderation mit dieser Aktion ihren größten und gefährlichsten Feind selbst geschaffen ...

Arcturus Mengsk, ein bekannter und etablierter konföderierter Prospektor und Geschäftsmann, nahm die Nachricht vom Tod seiner Familienmitglieder mit Bestürzung auf. Er war lange genug Prospektor gewesen, um zu wissen, welch abscheulicher Aktionen die Konföderation fähig war, um ein einmal gestecktes Ziel zu erreichen. Für Sektor-Politik hatte er sich nie besonders interessiert, und er war von den Aktivitäten seines Vaters auf Korhal, zu dem er kein sehr enges Verhältnis hatte, eher peinlich berührt denn erbaut gewesen. Aber niemals hatte er sich vorgestellt, dass seine Familie ermordet werden würde, nur um ein Exempel zu statuieren. Ihr Tod wühlte den jungen Arcturus zutiefst auf. Er brach seine vielversprechende Karriere ab und schlug statt dessen von diesem Tage an den einsamen Pfad der Rache ein. Indem es ihm gelang, die verschiedenen militanten Gruppen um sich zu sammeln, die seinem Vater bei seinem Feldzug gegen die Konföderation geholfen hatten, schuf Arcturus eine bunt zusammengewürfelte Armee, die aber von durchaus ernstzunehmender Größe war. Verwegen griffen Mengsks Anhänger immer wieder konföderierte Basen und
Installationen an. Ihrer vehementen Vernichtungswut fielen unzählige Männer, Maschinen und Ausrüstungsgüter der Konföderation zum Opfer. Als sich das Gerücht verbreitete, dass Mengsks Truppen und das umojanische Protektorat eine geheime Allianz eingegangen seien, entschloss sich die konföderierte Regierung schnell zum endgültigen Schlag gegen die Rebellen auszuholen. Eine Salve von eintausend nuklearen Sprengköpfen der Apokalypse-Klasse wurde vom weit entfernten konföderierten Tarsonis auf Korhal abgefeuert. Über 4.000.000 Menschen fielen diesem gnadenlosen Angriff zum Opfer. Innerhalb eines kurzen Augenblicks verwandelte die Attacke eine blühende Welt in einen glühenden Ball schwarzen, geschmolzenen Glases. Die Nachricht von diesem tödlichen Angriff erreichte Mengsk in seiner Geheimbasis, die sich in der Nähe der Grenze zum umonjanischen Protektorat befand. Den überlebenden Rebellen blieb wenig mehr als ihr Durst nach Rache, und so legten sie an diesem traurigen Tag ein feierliches Gelübde ab, die Konföderation um jeden Preis zu vernichten.

Arcturus und seine Anhänger nannten sich selbst die “Söhne Korhals”, und schnell wurden sie zu den meistgesuchten Männern des ganzen Sektors. Immer wieder schlugen die Söhne Korhals schnell und schmerzhaft zu und errangen so zahllose Siege über die Truppen der Konföderation. Aber bei jedem Sieg, den er im Namen der Gerechtigkeit errang, wurde Arcturus in den von der Konföderation kontrollierten Medien als größenwahnsinniger Terrorist verunglimpft. Dies führte dazu, dass die meisten Kolonien niemandem mehr helfen wollten, der mit Arcturus und seinen Leuten zu tun hatte. Trotz der schier überwältigenden Übermacht der Konföderation, trotz seines schlechten Rufs in der Öffentlichkeit und der eindeutig gegen ihn stehenden Chancen ließ Mengsk in seinem Kampf gegen die Konföderation niemals nach. Die Söhne Korhals setzten die konföderierten Streitkräfte immer wieder schachmatt und arbeiteten unablässig daran, ihr großes Ziel zu erreichen – den Sektor aus dem Würgegriff der Konföderation zu befreien.

Krieg

Die verschiedenen Kolonialstreitkräfte und Piratenmilizen lieferten sich nach wie vor immer wieder Gefechte mit den konföderierten Armeen. Obwohl viele der Gruppierungen sich auch untereinander uneins waren, nahm die terranische Präsenz im Koprulu-Sektor doch immer weiter zu. Wie sich zeigte, sollten die kleinlichen Händel und Konflikte der terranischen Kolonien recht plötzlich ein Ende finden, als über die Menschen unvermittelt Ereignisse von galaktischen Ausmaßen hereinbrachen. Ohne Vorwarnung tauchte urplötzlich eine Flotte von fünfzig Raumschiffen unbekannter Bauart am Himmel über der konföderierten Kolonie Chau Sara auf. Die riesigen Schiffe eröffneten das Feuer auf die unvorbereitete Kolonie und begannen systematisch, jede einzelne Siedlung auf dem Planeten zu vernichten. Dieser Angriff traf die Konföderation völlig unvorbereitet, geschockt und kopflos stoben die terranischen Flotten auseinander.


Aber obwohl die Terraner in diesem Sektor noch nie zuvor auf ausserirdische Wesen gestoßen war, sammelten sie sich rasch wieder und bereiteten die Verteidigung gegen diesen neuen mysteriösen Feind vor. Die Konföderation startete einen plumpen Gegenangriff auf die ausserirdische Flotte, als diese sich auf dem Weg zu einem zweiten terranischen Planeten befand: Mar Sara.

Aber die fremde Flotte, deren Mitglieder sich inzwischen als das Volk der Protoss zu erkennen gegeben hatten, griff Mar Sara nicht an. Aus den Terranern nicht bekannten Gründen zogen sich die Protoss von diesem Planeten zurück. Wenig später wurde in den Randbezirken von Mar Sara die Präsenz einer furchteinflößenden zweiten ausserirdischen Rasse entdeckt. Diese neuen insektenartigen Invasoren unterschieden sich sehr deutlich von den Protoss, die die Kolonie erst kurz zuvor angegriffen hatten.
Keine der terranischen Institutionen konnte die beunruhigende Präsenz von zwei verschiedenen fremden Rassen in Gebiet der Kolonien erklären. Überwältigt von einer kollektiven, paranoiden Angst und von inneren Machtkämpfen gelähmt, konnten die terranischen Fraktionen der ständig wachsenden Bedrohung durch die fremden Rassen nur hilflos zusehen, die immer weiter auf das Zentrum des von Kriegen zerrissenen terranischen Sektors vordrangen!

 
   
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