Zuflucht der Dunklen Bruderschaft
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Der Dunkle Templer, Teil VI

Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her. Schließlich sagte Adun: "Ich weiß auch ohne Verbindung unserer Gedanken, dass dich diese Sache belastet, mein alter Freund."
"Das tut sie. Ich bin nur dankbar, dass nicht ich diese Entscheidung zu treffen habe."
"Das Mädchen... sie war nicht böse. Sie war nicht einmal wirklich fehlgeleitet. Das, woran sie glaubte, war von einem merkwürdigen... Wert, auch wenn es zunächst allem, was wir für richtig halten, zuwiderläuft. Ich muss meh darüber wissen. Wir, die Hochtempler, müssen mehr darüber wissen. Die Konklave wünscht, dass die Gefahr beseitigt wird, und dem stimme ich zu. Die Konklave glaubt wirklich, dies sei der einzige Weg. Aber vielleicht kann man mit diesen Ketzern vernünftig reden. Vielleicht kann an ihnen in Erinnerung rufen, was es bedeutet, ein Protoss zu sein. Wenn sie Befürchtungen hegen, kann ich sie vielleicht zerstreuen."

"Und wenn nicht?"

"Dazu mag es durchaus kommen, Vetraas. Es mag dazu kommen, dass ich jeden Einzelnen von ihnen eliminieren muss, mit meinen eigenen Händen, heimlich, still und leise, damit niemand je von dieser Bedrohung erfährt. In einem Punkt hat die Konklave recht: Es ist eine erschreckende Entwicklung, und sie verlangt schnelles und diskretes Handeln. Darüber sind wir uns einig."

Er warf Vetraas einen Blick zu. "Noch nie habe ich der Konklave den Gehorsam verweigert. Die Konklave braucht nicht zu befürchten, dass ich aus Zimperlichkeit keinen Finger rühren werden. Aber bevor ich handle, muss ich Bescheid wissen. Möchtest du micht begleiten, Vetraas?"


Gefesselt, als sei sie so gefährlich wie ein ausgebildeter Templer in voller Kampfmontur, wurde das Mädchen den Hochtemplern vorgeführt. Auch eine zweite Befragung ergab nichts, was Vetraas davon überzeugt hätte, dass der Wunsch der Konklave, sie hinrichten zu lassen, berechtigt war.
Diesmal teilte er seine Gedanken mit ihr, befragte sie und hörte ebenso zu wie die anderen Templer. Das Unbehagen in ihm wuchs. Adun beobachtete die anderen Templer, während auch sie das Mädchen verhörten, dessen Name Raszagal war. Schließlich wurde sie immer noch hoch erhobenen Hauptes wieder abgeführt.

Adun richtete das Wort an seine Templerkameraden. "Stets haben wir Templer der Konklave gehorcht, denn stets tat es, was gerecht und richtig war, um uns alle zu beschützen. Die Mitglieder der Konklave sind es, die die Lehren der Khala rein halten, welche unser aller Erlösung war, ist und bleiben wird."

Vetraas sagte nichts, er beobachtete die anderen Templer nur und lauschte ihren Gedanken. Auch sie fragten sich, wo all dies hinführen sollte.

"Sie haben Ketzer gefunden, wie Raszagal. Sie haben uns gebeten, die anderen aufzuspüren und sie unauffällig zu exekutieren, damit ihre Existenz geheim bleibt. Sie fürchten es könnte zu einer Panik kommen, wenn bekannt würde, dass es Protoss gibt, die die Khala ablehnen. Und diese Panik könnte uns in eine neue Ära des Zwists zurückwerfen."

Alle im Raum reagierten mit instinktiver Furcht. Adun fuhr fort.
"Sie haben insofern recht, dass sich diese fürchterlichen Zeiten nicht wiederholen dürfen. Und es ist richtig, alle in der Khala vereint sehen zu wollen." An dieser Stelle zögerte er.
"Aber... Protoss töten keine Protoss. Und wenn wir diesen Pfad betreten... ist es vielleicht dieser Schritt, der zu einer weiteren Ära des Zwists führen wird. Ihr habt mit Raszagal gesprochen. Wir werden andere wie sie finden, und wir werden auch mit ihnen sprechen, bevor wir sie kurzerhand hinrichten. In meinem Herzen spüre ich... dass Raszagal keine Bedrohung darstellt. Ich habe sie befragt, und zwar ausführlich. Nichts in ihr ist auf Revolution oder Disharmonie aus. Sie möchte nur für sich selbst sein. Rechtfertigt dieser Wunsch ihren Tod?"

Niemand antwortete. Vetraas spürte, wie ihre Unentschlossenheit an ihm zehrte, spürte seine eigenen Zweifel schwer auf seinem Herzen lasten. Er mochte Raszagal. Er bewunderte sie. Und Adun hatte recht. Sie bedeutete keine Gefahr.

"Sie ist nur eine von ihnen", sagte Vetraas bedächtig. "Vielleicht denkt sie nicht wie die anderen."
"Was mein alter Freund Vetraas sagt, ist wahr", erwiderte Adun. "Und das müssen wir in Erfahrung bringen, ehe wir der Konklave gehorchen, oder... es nicht tun."

Staunen durchlief die versammelten Templer. "Du würdest dich einem direkten Befehl der Konklave widersetzen?"

"Ich habe immer gehorcht", sagte Adun., und das stimmte. "Weil die Konklave immer weise gehandelt hat. Aber die Konklave ist nicht Khas. Die Konklave will uns beschützen, aber sie fürchtet auch das, wofür Raszagal steht. Ich bin ein Krieger und stolz darauf, für mein Volk zu kämpfen. Mein ganzes Volk", betonte er. "Vielleicht betrachtet ihr mich nun auch als Ketzer. Aber wer von Euch möchte dann die Ehre haben, die junge Raszagal umzubringen?"

Niemand erwiderte etwas. Niemand wollte der Erste sein, der den Schritt tat, nach dem es kein Zurück mehr geben würde. Zum ersten Mal, seit Khas ihnen die Khala gegeben und das gegenseitige Töten beendet hatte, das Blut eines Angehörigen des eigenen Volkes zu vergießen, würde alles verändern.

Adun nickte langsam. "Wir werden mehr in Erfahrung bringen."

 
   
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