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Das Epos vom Grauen Falken

Das Epos vom Grauen Falken


von Anido Jhone, Lektor

 

Entdeckt und übersetzt von Anido Jhone, Königlicher Archäologe,
von einem antiken Band:

Diese Erzählung stammt von irgendeiner Zeit aus der 2. Ära, wahrscheinlich nach der Zeit der Knahaten-Grippe, oder wenigstens habe ich dies aufgrund des Textes vermutet. Ob die Erzählung wahr ist oder nicht - sie bleibt eine interessante Geschichte vom Überleben.

Der Leser wird, so glaube ich, mir vergeben, dass ich das Epos etwas informativer übersetzt habe. Die Botschaft, denke ich, ist universell und sollte unmissverständlich sein.

Viel Vergnügen, geehrter Leser

A.J.J.



Der Graue Falke, ein kleines Kriegsschiff der Summerset Inseln, war tief im Ozean auf Patrouillengang nach einem Piratenschiff, welches die Küste gebrandschatzt hatte. Die ersten drei Wochen auf See waren ereignislos. Zwei Stunden nach Sonnenuntergang, am 22. Tag auf hoher See, sichtete der Ausguck die Spitze eines Segels im Mondlicht, am Rande des Horizonts. "Schiff voraus! Vorne Steuerbord!" schrie der Ausguck des Grauen Falken. Kapitän und Mannschaft des Grauen Falken waren schnell wach und stolperten an Deck. "Das is das Schiff, nach dem wir suchen, Kapitän." sagte der Ausguck.

"Alle Mann auf Gefechtsstation! Alle Bogenschützen auf ihre Posten." rief der Kapitän. "Volle Fahrt voraus!" Die beiden Schiffe kamen einander näher und eine dunkle Gestalt betrat das Vorderdeck des Piratenschiffs. Die Gestalt machte eine Geste mit den Händen und ein gigantischer Feuerball schoss dem Grauen Falken entgegen. Der Feuerball traf mitten in die Segel des Grauen Falken und setzte diese schnell in Brand.

Die Gestalt machte eine andere Geste. Große Bolzen aus Eis schossen aus seinen Händen und trafen den Grauen Falken gerade so oberhalb und unterhalb der Wasserlinie, was große Löcher in ihren Rumpf riss. Der Graue Falke war dem Untergang geweiht. Der Kapitän schrie "Alle Mann verlassen das Schii-" und wurde durch einen Piratenpfeil in seiner Kehle unterbrochen.

Als der Graue Falke, in Flammen und großer Schieflage, langsam zu sinken begann, gelang es einem seiner Seeleute, Darik Seespieß, den Piratenpfeilen und Zaubern zu entkommen und zu einem Rettungsboot zu gelangen, das er ins dunkle Wasser herabließ. Gerade als das Rettungsboot wasserte, sprang ein schneller, grauer Schatten hinzu. Darik sah hin und erkannte Helnor Knurrfluch, ein khajiitischer Söldner im Dienst des Schiffes. Die Zwei ruderten das Boot davon, als der Graue Falke endgültig im Meer versank. In der Dunkelheit verpasste das Piratenschiff das kleine Boot. Nachdem die beiden sich weit aus der möglichen Sichtreichweite der Piraten gerudert hatten, brachen sie erschöpft zusammen.

Früh am morgen des nächsten Tages machten sie eine Bestandsaufnahme der Vorräte auf dem Rettungsboot. Normalerweise hat ein Rettungsboot genügend Nahrung und Wasser, um sieben Menschen 10 Tage lang zu versorgen. Anstelle der Lebensmittel fand Helnor jedoch eine Notiz: "Es hat sich bei einer Überprüfung herausgestellt, dass der Proviant dieses Rettungsbootes gegen die Summerset-Marineverordnungen verstößt. In Übereinstimmung mit dem Paragraph, wurde der Proviant beschlagnahmt und vernichtet. Ein Ersatz kann gegen das Einlösen dieses Briefes beim Hafenversorgungsamt erhalten werden. Gezeichnet, Inspektor Windhöhle" las Helnor laut vor.

Da sagte Darik seinem khajiitischen Begleiter "Wir haben Unmengen von Wasser, aber nichts zum Essen. Ich weiß nicht, was wir tun sollen. Wir könnten vermutlich Fischen, aber wir haben keinen Köder. Wir haben keine Chance zurück an Land zu kommen, bevor wir verhungern - weils über nen Monat dauern wird." "Wartet, Helnor hat eine Idee" sagte Helnor, mit einem Glanz in seinen katzenartigen Augen.

Sechs Wochen später kam das Rettungsboot im Hafen von Corwich an. Als es am Dock festgebunden wurde, holte man eine einzelne Gestalt aus dem Boot, welche geschunden und ausgemergelt aussah. Einer der Dockarbeiter blickte in das Rettungsboot, nachdem man die Gestalt zu einem Hafenheiler zur Behandlung weggebracht hatte. "Hmm, was ist denn das?" sagte der Arbeiter zu sich selbst, als er einen großen Knochen aus dem Boot holte - ein von der Sonne ausgebleichter, weißer Knochen.

Nachdem sich der einzigste Überlebende des Grauen Falken von den Strapazen erholte hatte, wurde er zur Untersuchung des Todes von Darik Seespieß zur Aussage vor den Magistrat gebracht. "Wir hier in Hochfels halten nicht viel vom Kannibalismus. Sie sollten besser eine sehr gute Erklärung für Ihre Taten haben." donnerte der Untersuchungsrichter zu Helnor Knurrfluch.

"Bei der Göttin, ist dem so?" Helnor erhob sich und sagte "Euer Ehren, Helnor hatte keine Wahl. Es gab kein Essen und wir waren wenigstens zwei Monate vom nächsten Hafen entfernt. Wir beide entschieden, dass dies die einzige Möglichkeit wäre, dass es einer schaffen würde." "Nun, dann nehme ich an, dass man es verstehen kann, wenn es auch etwas geschmacklos ist." sagte der Untersuchungsrichter. "Ihr denkt, es wäre geschmacklos?" murmelte Helnor zu sich selbst, "Khajiit hatte keine Gewürze dabei."

"Eine letzte Sache noch, Herr Knurrfluch. Wie wurde entschieden, dass Ihr derjenige sein solltet, der vom anderen zehren würde? Der Wurf einer Münze?" Helnor stütze sich aus seinem Sitz und sagte "Euer Ehren, es war sehr einfach. Darik Seespieß war ein Vegetarier." "Fall abgeschlossen!"


 
   
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